Aikido

Aikido - Moderne japanische Kampfkunst.
Aikido ist eine moderne japanische Kampfkunst, die in der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts von Morihei Ueshiba entwickelt wurde. Die Grundlagen der waffenlosen Techniken des Aikido liegen in den Bewegungen des japanischen Schwert- (jap. 剣術, Kenjutsu) und Stockkampfes (jap. 杖術, Jojutsu).
Was bedeutet "Aikido"?
Der Begriff Aikido setzt sich aus drei japanischen Schriftzeichen zusammen:
合 (Ai) – „Einklang“,
気 (Ki) – „Energie“ im ganzheitlichen Sinn – als Träger von Bewegung, Bewusstsein und innerer Ausrichtung,
道 (Do) – „Weg“ – im Sinne eines Lebensweges oder eines Weges der persönlichen Entwicklung.
Aikido ist somit, einfach gesagt, der „Weg des Einklangs mit der Energie“.
Wie ist Aikido einzuordnen?
Aikido gehört zu den traditionellen japanischen Kampfkünsten – dem Budo. Dieser Begriff setzt sich aus zwei Schriftzeichen zusammen:
武 (Bu) – „Hände, die den Speer (oder das Schwert) stoppen“ – also das Prinzip des Schutzes und der Deeskalation, und
道 (Do) – „Weg“.
Was bedeutet das für die Aikidopraxis?
Im Aikidotraining lernst Du, das Ziel, die Richtung und die Dynamik eines Angriffs im Raum zu erfassen – und Dich so zu bewegen, dass der Angriff ins Leere geht und Du unversehrt bleibst. Ebenso lernst Du, die Energie des Angriffs aufzugreifen und sie mit minimalem Krafteinsatz in eine Hebel- oder Wurftechnik zu überführen – auf eine Weise, die auch den Angreifer schützt. Die Techniken im Aikido dienen ausschließlich der Verteidigung und folgen dem Prinzip des friedvollen Umgangs mit Konflikt.
Aikido zielt jedoch nicht nur auf körperliche Selbstverteidigung ab. Es geht ebenso darum, einen reifen, wachsamen Geist und eine klare innere Haltung zu entwickeln. Du schulst Deine Beweglichkeit – nicht nur im Körper, sondern auch im Denken und Fühlen. Aikido führt Dich zu geistiger Freiheit, bewusster Präsenz und einem stabilen, positiven Lebensausdruck. Du wirst vertraut mit der Klarheit und Entschlossenheit des inneren Kriegers – der erkennt, wann und wie ein Konflikt zu beenden ist, ohne ihn eskalieren zu lassen, und der den entscheidenden Moment zum Handeln erkennt und nutzt.
Kein Wettkampf — aber stetiges Wachstum.
Im Aikido gibt es keine Wettkämpfe. Der Fokus liegt nicht im Vergleich mit anderen, sondern in der persönlichen Entwicklung. Dennoch fordern wir uns im Training – und darüber hinaus – täglich heraus, über uns selbst hinauszuwachsen. Übungspartner begegnen sich dabei nicht als Gegner, sondern als Unterstützung auf dem gemeinsamen Weg.
活人剣
Katsu Nin Ken — Das lebensspendende Schwert.
Aikido eröffnet Einblicke in die Kunst des Schwertkampfs ebenso wie in die Praxis des Zen. Indem wir lernen, Angriffe so zu neutralisieren, dass niemand verletzt wird, führen wir das „Schwert“ aus dem Herzen heraus – klar, entschlossen und zugleich friedvoll.
Dabei schulen wir die Fähigkeit, destruktive Kräfte – sei es in der Bewegung, im Bewusstsein oder in der inneren Ausrichtung – zu erkennen und, wenn es notwendig ist und dem Gemeinwohl dient, symbolisch zu „zerschneiden“. Zugleich entsteht Raum für Neuordnung, für Wandlung und für achtsames, schöpferisches Handeln im Angesicht von Konflikt.
So wird das Schwert – im Sinne des Katsu Nin Ken – nicht zur Waffe der Zerstörung, sondern zum Werkzeug der Klärung. Es schafft die Möglichkeit für Neues – und schenkt, im übertragenen Sinn, neues Leben.
Stil.
Wir orientieren uns an den Formen, wie sie von Kisshomaru Ueshiba und Moriteru Ueshiba weitergegeben wurden. Unsere Basis ist geprägt von der langjährigen Arbeit mit Thorsten Schoo. Weiterentwickelt wurde unser Verständnis durch die Zusammenarbeit mit Eric Steeves, insbesondere in Bezug auf Ukemi und natürliche Bewegung, sowie durch den inspirierenden Austausch mit Dragisa Jocic.
Natürlichkeit.
Unser Aikido lebt von natürlicher Bewegung und lebendigem Kontakt. Im Mittelpunkt stehen eine aufrechte, entspannte innere Haltung und deren Entsprechung im Körper – in stimmigem Einklang.
Offenheit.
Wir freuen uns über Austausch mit Aikidoka aus allen Stilrichtungen!